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Drei Freunde fürs Leben

© Erna Landsknecht


Willi, Ernst und Siggi hatten sich geschworen für immer Freunde zu bleiben, auch in schlechten so wie in guten Tagen. Zurzeit ging es ihnen nicht so rosig.
Als Künstler für Malerei verdiente Willi noch nicht so viel. Seine Bilder fanden nicht den gewünschten Absatz. Und wenn er doch noch ein Gemälde verkaufen konnte, dann unterstützte er damit seine beiden Freunde, die in ihrem Beruf auch nicht so recht weiter gekommen sind. Und da sie noch relativ jung waren, hofften sie, dass sich das Blatt für sie doch noch eines Tages zum Guten wenden wird.
Ernst war Komponist, er arbeitet zurzeit an einer Operette. Aber auch Schlager komponierte er, um damit sein Geld zu verdienen. Er spielte auch öfter im Café Klavier. Seine selbst geschriebenen Musikstücke gefielen seinem Chef Herrn Reuter nicht so gut. Er sagte zu Ernst: "Spielen sie andere Klavierstücke, die auch bei meinen Gästen Anklang finden, anderenfalls kann ich sie hier nicht gebrauchen."
Ernst war darüber stinksauer und er dachte: "Der versteht doch nichts von guter Musik." Und da er aber Geld verdienen musste gab er den Anforderungen seines Arbeitgebers nach und er sagte zu sich: "Eines Tages wird man von mir hören."
Siggi war Autor und arbeitete zurzeit an einem Roman, den er an seinen Verleger weiter geben wollte. Auch für ihn war das noch eine brotlose Kunst. Einige seiner Bücher waren auf dem Markt erschienen. Nur den richtigen Durchbruch hatte er damit noch nicht geschafft.
So mit leben die drei Freunde von der Hand in den Mund. Sie teilten sich eine Atelierwohnung. Die Miete und die anfallenden Unkosten teilten sie sich. Es war nur gut, dass sie noch Junggesellen waren, denn von den Verdiensten konnten sie noch keine Familie ernähren.
Ernst schwärmte seinen beiden Freunden etwas vor und er sagte zu ihnen: "Es wäre schön, wenn ich für meine Operette eine Sängerin finden könnte. Ich käme damit beim Publikum besser an. Ich werde mich nach einer passenden Sängerin in der Künstleragentur umsehen, vielleicht finde ich dort die Richtige die eine ausgebildete Stimme hat."
"Wenn es nicht mehr ist was dir Kummer bereitet, dann kann ich dir vielleicht helfen" sagte Willi "ich habe durch meine Freundin Sabine eine nette Frau kennen gelernt, die auch eine Arbeit als Sängerin sucht."
"Und das sagst du mir erst jetzt, du weißt doch, dass ich für meine Operette eine geeignete Sängerin suche."
"Ich denke, dafür hast du kein Geld" sagte Willi "sie verlangt doch dafür ihre Gage."
"Das weiß ich doch" sagte Ernst "mein Chef hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn mich eine Sängerin am Klavier begleiten würde. Bestell doch bitte diese Frau ganz einfach zur mir, dann kann ich ja hören ob sie eine gute Stimme hat."
"Ich werde gleich bei der betreffende Frau anrufen" erwiderte Willi "und sie fragen ob sie Lust hat dir vor zu singen."
"Was heißt Lust, frage sie doch ganz unverbindlich, ob sie mich als Sängerin am Klavier begleiten würde. Dass beste wäre du bestellst sie noch heute zu uns dann kann ich sie ja selber fragen."
"Schon gut" sagte Willi, dein Wunsch, mein Freund, ist mir ein Befehl. Er rief sofort an, aber da meldete sich die Mutter von Käthe Schlüter.
"Kann ich ihre Tochter Käthe sprechen? Fragte Willi."
"Einen Augenblick ich hole meine Tochter" erwiderte Frau Schlüter, "sie ist gerade bei unsere Nachbarin."
Kurz darauf meldete sich Käthe Schlüter.
"Willi fragte Käthe Schlüter: "Haben sie Zeit, ich muss ihnen etwas Dringendes mitteilen, das keinen Aufschub duldet. Ich kann es ihnen auch in kurzen Worten am Telefon erklären, warum ich sie zu uns bitte. Mein Freund ist Komponist, er sucht eine Sängerin für seine Operette."
Nach kurzer Unterbrechung sagte Käthe Schlüter: "Ich habe noch keine Operette gesungen, ich singe hauptsächlich Schlagermusik, wenn ihr Freund damit einverstanden ist, dann komme ich gerne."
Ernst, der das gehört hatte, stimmte zu und machten für den Abend noch einen Termin mit ihr aus.
Siggi und Ernst waren neugierig auf die Frau, sie soll eine Freundin von Sabine sein.
"Eigentlich hatten wir geschworen ohne Frauen aus zu kommen" meinte Willi.
"In diesem Fall kommen wir wohl ohne das weibliche Geschlecht nicht ganz aus" sagte Ernst darauf."
"Dann suchen wir uns auch eine Freundin" sagten Siggi und Ernst.
Aber Willi meinte: "Egal was auch kommt, wir drei bleiben so oder so Freunde mit oder auch ohne Frauen."
Willi kam mit der Malerei auch nicht so recht voran. Er sagte zu seinen zwei Freunden: "Ich werde Sabine einfach fragen, ob ich ein Aktbild von ihr mahlen darf. Sie scheint mir dafür als geeignet. Vielleicht finden meine Bilder dann ihren gewünschten Absatz. Und so viel ich weiß, suchen viele Kunstkenner solche Bilder."
Ihre Wohnung beheizten sie noch mit Kohle oder auch mit Holz. Das Schlafzimmer, das die drei zusammen inne hatten, war im Winter immer sehr kalt gewesen so, dass die Fenster immer zugefroren waren, das Zimmer konnte nicht beheizt werden. Und dennoch waren die drei Junggesellen damit zufrieden und meinten: "Es ist gesund kalt zu schlafen. Was wollten sie schon anderes sagen.
Willi meinte: "Wenn wir ins Geschäft kommen, dann suchen wir uns eine andere Wohnung, die wärmer ist als unsere und nicht mehr mit Kohlen beheizt werden muss.
"Dein Wort in Gottes Ohr" sagten Siggi und Ernst.
Gegen Abend kamen Käthe Schlüter mit ihrer Freundin Sabine zu den drei Junggesellen.
Ernst zeigte Käthe Schlüter seine Noten. Einige waren aus dem Musical Kats.
"Daraus habe ich schon gesungen" sagte Käthe. Hauptsächlich singe ich ja Schlagermusik."
Ernst spielte ein Stück aus dem bekannten Musical Cats. Und Käthe Schlüter begleitete ihm mit ihrer Glockenreine Stimme am Flügel. Ernst war davon so überwältigt und sagte zu ihr: "Nach so eine Stimm suche ich schon lange. Ich werde sie mitnehmen in dem Cafe, wo ich zurzeit Klavier spiele, das heißt wenn auch sie damit einverstanden sind?"
"Ich würde mich freuen sie und das Publikum mit meinem Gesang zu erfreuen. Auch ich habe lange Zeit gebraucht einmal mit meinem Gesang an die Öffentlichkeit auf zu treten."
Danach sagte Willi zu seiner Freundin Sabine: "Ich suche auch für meine Bilder ein Aktmodel."
"Ich glaube damit kann ich ihnen helfen. Ich hatte schon einmal Modell gestanden, nur wurde der Mann mir gegenüber aufdringlich, da bin fort gelaufen."
"Das würdest du für mich machen" sagte Willi, "entschuldige, dass ich Du zu dir gesagt habe."
"Das macht doch nichts" sagte Sabine. "Wir kennen uns schon lang genug."
"Dann wollen wir auch gleich auf unser Du anstoßen", meinte Willi ganz verlegen.
"Und wo bleiben wir?", fragten Ernst und Siggi. "Wir ziehen hier doch am selben Strang." Und alle stießen auf eine gute Zusammenarbeit an.
Sabine und Käthe meinten: "Wir sitzen doch alle im selben Boot, da ist es doch selbstverständlich das wir zusammen halten."
"Da habt ihr beide den Nagel auf den Kopf getroffen" sagten die drei Freunde.
Willi fragte Sabine: "Wann kannst du für mich Modell stehen?"
"Nichts leichter als das Willi, ich stehe dir ab sofort zur Verfügung" antwortete Sabine.
Auch Käthe war bereit Ernst mit ihrer Stimme am Klavier zu begleiten. Sie wollte mit ihm seine neu vertonte Operette ein zu studieren die er eigens für Käthe komponiert hatte.
Am nächsten Abend holte Willi seine Freundin Sabine ab. Käthe wollte auch mit kommen. Willi und Ernst konnte das nur recht sein. Beide begrüßten die beiden Freundinnen auf das Allerherzlichste
"Du hast eine Traumfigur Sabine sagte Willi ganz wie geschaffen für meine Bilder. Besonders attraktiv ist dein langes schwarzes Haar und dazu deine braune Hautfarbe das ist einfach genial."
Darauf stießen alle mit einem Glass Wein an, den Willi ihnen kredenzte und er sagte: "Wenn alles so gut weiter läuft wie bisher, dann kann ich mich nicht beklagen."
"Das ist auch unsere Meinung" sagten Ernst und Siggi.
"Ich habe da eine Idee" sagte Siggi "ich schreibe über uns eine Geschichte. Was haltet ihr davon, das wäre doch mal etwas anderes".
Am nächsten Tag kam Käthe so wie es verabredet war zu Ernst, um mit ihm in das Cafe Schulte zu gehen. Es war so quasi ihr erster Auftritt in der Öffentlichkeit. Erst hatte zu diesem Zweck seine beliebtesten Melodien mitgebracht.
Sein Chef Herr Schulte war mit Ernst zufrieden und bemerkte: "Ihre Bekannte hat eine gute Stimme. Ich will versuchen ob ich ihr nicht zu ihrem Glück verhelfen kann. Ein Freund von mir ist am hiesigen Opernhaus Intendant."
"Das wäre ja großartig" meinte Ernst "aber dann wird sie nicht mehr hier her kommen, das wäre schade für mich."
"Wir wollen erst einmal die Dinge an uns heran kommen lassen" meinte Käthe. "Zuerst muss ich die Stelle bekommen, dann werden wir weiter sehen. Und sollte ich das Glück haben am hiesigem Opernhaus zu singen, wo von ich schon lange träume, dann habe ich vielleicht doch noch Zeit, dich hier im Cafe mit meinem Gesang am Flügel zu begleiten."
"Du hast vollkommen recht" sagte Ernst "vielleicht habe ich auch Glück, dass ich meine Operette verwirklichen kann."
Sabine war inzwischen schon das zweite mal bei Willi. Er zeichnete von ihr ein Nacktbild. Sie sah aus wie die "Carmen" aus der gleichnamigen Oper. Willi steckte ihr eine rote Rose in ihr schwarzes Haar. "In diese Frau könnte ich mich glatt weg verlieben" dachte Willi. "Aber was nicht ist, das kann ja noch wahr werden. Und wenn ich dieses einzigartigartige Kunstwerk vollendet habe, dann werde ich es auf der Ausstellung für bildende Künste vorstellen." Er rechnete sich aus, damit einen Preis zu gewinnen, das sagte er auch zu Sabine.
"Auch für mich wäre das eine große Ehre, wenn du mein Bild gut verkaufen könntest" sagte Sabine.
"Und wenn ich einen guten Preis für mein Bild bekomme, dann soll es dein Schaden auch nicht sein" meinte Willi. "Du bist prozentual daran mit beteiligt. Du sitzt viele Stunden hier. Ich habe aber noch etwas anderes im Kopf wie wir das nächste Bild machen. Du liegst nackt auf einem Tigerfell."
"Du hast aber ausgefallene Ideen" sagte Sabine. "Es fehlt nur noch, dass ich so knurre wie ein Tiger. Aber ich wäre froh wenn du deine Bilder gut verkaufen könntest."
Ernst hatte mehr Glück gehabt als Verstand, denn der Intendant Herr Jürgens vom hiesigen Opernhaus, ist auf die Fürsprache vom Herrn Schulte aufmerksam gemacht worden. Er hatte seine selbst komponierte Musik gehört. Sie gefiel ihm ausnehmend gut. Besonders seine Sängerin die ihm am Flügel begleitete.
Der Intendant Herr Jürgens forderte Ernst und Käthe auf, morgen in sein Büro zu kommen. Er sagte zu den beiden: " Ich kann sie und ihre Freundin gut gebrauchen. Ich suche neue Künstler, die ich fördern möchte."
Ernst und Käthe waren überglücklich, dass sie den Durchbruch geschafft hatten. Und Ernst meinte: "Wenn wir zwei mit Herrn Jürgens einen Vertrag abgeschlossen haben, dann werden wir diesen Tag mit unseren Freunden gebührend feiern."
Willi hatte Glück mit seinen Bildern gehabt. Er hatte sie inzwischen ausgestellt und es fanden sich einige Käufer. Besonders gefielen ihnen seine Aktbilder, die er dank Sabine zustande gebracht hatte.
Willi beglückwünschte Sabine indem er zu ihr sagte: "Ich möchte auf deine Mitarbeit nicht mehr verzichten. Und wenn wir weiter unsere Bilder so gut verkaufen können wie bisher, dann nehmen wir uns eine eigene Wohnung. Ich hoffe, dass meine Freunde dagegen nichts ein zu wenden haben. Wir hatten uns doch geschworen für alle Zeiten ohne Frauen aus zu kommen."
Im Gegenteil, Ernst und Siggi dachten, dass es ohne Frauen auf die Dauer nicht gut gehen kann, denn Ernst hatte sich in seine Käthe verliebt. Sie wollen sich auch eine Wohnung suchen.
Nur Siggi hatte noch nicht die richtige Frau gefunden. Aber finanziell ging es den drei Freunden soweit sie es beurteilen konnten ganz gut.
Siggi brachte ein weiteres Buch heraus. Es hieß "Drei Freunde fürs Leben." Die nächste Buchmesse ist schon für den kommenden Monat festgelegt worden. Siggi wollte dann sein neustes Buch vorstellen. Er rechnete sich aus, dass er damit bei den Lesern gut ankommen wird.
Ernst und Käthe hatten es geschafft. Der Intendant Herr Jürgens vom hiesigem Opernhaus schloss mit ihnen einen Jahresvertrag ab. Seine neu komponierte Operette kam beim Publikum ganz gut an.
Besonders Käthe mit ihrer reinen Sopranstimme war großartig gewesen. Ernst hatte es mit seinem Intendanten zur Bedingung gemacht, dass seine Freundin die Hauptrolle in seiner Operette singen sollte. Er selber dirigierte seine Uraufführung.
Am Wochenende trafen sich Ernst und Willy mit ihren Freundinnen. Ein jeder von ihnen berichtete über seine Erfolge.
"Siggi, du bist noch immer solo fragten ihn seine beiden Freunde. "Es wird langsam Zeit, dass du dir auch eine Freundin suchst."
gefallen. Besonders das Buch "Drei Freunde fürs Leben." Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit.
"Mal langsam mit den Pferden meine Freunde" meinte Siggi. "Ich hatte bei der Buchmesse eine sehr nette Frau kennen gelernt. Und wie wir beide festgestellt hatten, haben wir die gleichen Interessen. Ich kann mir gut vorstellen, dass daraus eines Tages eine tiefe Freundschaft entstehen könnte. Nebenbei hat sie einen Verlag und sucht junge Autoren. Dabei schlossen wir sofort einen Vertrag ab. Meine Bücher hatten ihr sehr gefallen. Sie beschreiben unser Leben."
Wie schon erwähnt wurde, hatten die drei unzertrennlichen Freunde mehr Glück gehabt als Verstand. Alles verlief für sie reibungslos ab. Es lag daran, dass Willi und Ernst die richtigen Frauen gefunden hatten.
Aber das Glück mit Ernst und seiner Freundin währte nicht so lange. Käthe erkrankte ganz plötzlich an ihren Stimmbändern. Sie konnte von einem Tag auf den anderen nicht mehr singen, ihre Stimme versagte ihr. Danach konsultierte sie ihren Hausarzt Dr. Struwe.
Der konnte bei seiner Patientin Frau Käthe Schlüter rein äußerlich nichts feststellen. Er sagte zu ihr: "Sie haben sich bestimmt erkältet. Zur Sicherheit werde ich bei ihnen eine Blutuntersuchung vornehmen. Damit werde ich feststellen, ob nicht eine andere Krankheit dahinter steckt.
Doktor Struwe fragte noch: "Waren sie in der letzten Zeit Schlapp und müde, denn sie sehen mir zu blass aus?"
"Das stimmt Herr Doktor. Ich habe das auf meine Arbeit zurückgeführt" sagte seine Patientin.
"Morgen wissen wir mehr wenn ich ihr Blut untersucht habe" sagte Doktor Struwe.
Sabine, die Freundin vom Willi, machte Käthe aber Mut und sagte zu ihr: "Es wird bestimmt nur vorrübergehend sein, dass deine Stimme versagt hat. In ein paar Tagen wirst du wieder auf der Bühne stehen."
"Ich kann nur hoffen, dass du damit recht behältst" sagte Käthe. "Ich fühle mich nicht ganz wohl in meiner Haut. Aber Morgen weiß ich mehr."
Als Käthe ihren Hausarzt aufsuchte, fragte sie ihn wie ihre Blutuntersuchung ausgefallen ist.
Doktor Struwe konnte ihr keine erfreuliche Diagnose mitteilen. Er sagte zu ihr: "Sie haben Leukämie. Es tut mir leid, dass ich ihnen das sagen muss."
Käthe war der Ohmacht nahe. Sie hörte wie aus weiter Ferne das Wort"Blutkrebs" eine niederschmetternde Nachricht.
Doktor Struwe sagt zu seiner Patientin: "Ich muss sie leider in ein Krankenhaus einweisen. Je eher wir mit ihrer Behandlung beginnen, um so mehr Heilungsmöglichkeiten haben sie."
"Dann kann ich nur hoffen, Herr Doktor, dass sie damit Recht behalten."
Als Käthe kurze Zeit später ihre Wohnung betrat, fragte Ernst: "Was hat der Doktor bei dir festgestellt, du bist doch nicht ernstlich erkrankt?"
"Viel schlimmer" sagte Käthe "ich habe Blutkrebs" und weinte bitterlich. "Das ist mein Todesurteil."
"Das sage nicht Käthe" sagte Ernst. "Der Arzt kann dir doch bestimmt helfen."
"Daran glaube ich nicht mehr" sagte Käthe. "Es sei denn, wenn ich einen geeigneten Knochenmarkspender gefunden habe. Erst dann kann ich damit rechnen wieder gesund zu werden."
"Ich würde dir ja gerne helfen Sabine" sagte Ernst. Ich werde versuchen dir mein Knochenmark zu spenden."
"Das wäre zu schön um wahr zu sein" meinte Käthe. "Wenn du mir dein Knochenmark spenden würdest, denn nicht jeder kommt als Spender für mich in betracht."
Auch Siggi und Ernst waren sofort bereit, sich als Spender zur Verfügung zu stellen.
Käthe wusste über die Hilfsbereitschaft, die ihr seitens der Freunde entgegengebracht wurde, nichts zu sagen so überwältigt war sie darüber und weinte Freudentränen.
Ernst nahm Käthe in seine Arme und küsste ihr die Tränen weg. Er sagte zu ihr: "Alles wird gut, verlass dich darauf. Ich werde nichts unversucht lassen, um dir in deiner größten Not bei zu stehen und alles Erdenkliche für dich tun damit du wieder ganz gesund wirst."
Ernst und sein Freund Willi kamen als Spender nicht in frage, dazu waren sie nicht geeignet.
Siggi, auch ein Freund, wollte für Käthe sein Knochenmark spenden. Alle setzten auf ihn, dass er dafür der Geeignete ist.
Käthe hatte schon mehrere Chemotherapien über sich ergehen lassen und verlor ihre schönen Haare, daher trug sie ein Kopftuch. Mit einem kahlen Kopf wollte sie nicht gesehen werden
"Wenn es weiter nichts ist was dich stört, das lässt sich abändern" sagte Ernst. "Es gibt doch bestimmt schöne Perücken und deine eigenen Haare werden wieder nach wachsen."
"Voraus gesetzt wenn ich wieder gesund werde" meinte Käthe. Und sie setzte alle Hoffnungen auf Siggi, dass er eventuell als Spender in Frage kommt.
Jetzt war Käthe schon drei Wochen im Krankenhaus. Bisher hatte sie noch nicht den richtigen Spender gefunden. Siggi schied leider als Spender aus. Der Arzt hatte sie in die große Warteliste eingetragen und er fragte: "Frau Schlüter sie haben doch bestimmt noch Angehörige. Ist darunter jemand der als Spender für sie in betracht käme?"
"Meine Mutter lebt leider nicht mehr, sie ist auch an Brustkrebs gestorben und mein Vater ist nach ihrem Tot nach Kanada ausgewandert und hatte dort eine Deutsche Frau geheiratet."
"Dann wissen sie auch seine genaue Adresse?" Fragte der Arzt.
"Das habe ich" erwiderte Käthe "aber wir haben schon länger nichts mehr von einander gehört."
"Dann versuchen sie es doch, ich könnte mir denken, dass ihr Vater ihnen helfen wird," erwiderte der Arzt.
"Ich werde darüber mit meinem Verlobten sprechen, vielleicht kann er das für mich in die Wege leiten" sagte Käthe.
Ernst besuchte Käthe fast jeden Tag. Er sah es ihr an, dass sie leidet und er meinte: "Gib dich nicht auf Käthe. Du bist doch eine Kämpfernatur. Halte durch ich weis, dass es leichter gesagt als getan ist. Sonst wird alles noch viel schlimmer für dich."
"Du hast gut reden" erwiderte seine Verlobte. "Langsam vergehen mir dazu die nötigen Kräfte. Aber etwas anderes muss ich dir sagen, was der Doktor mir geraten hatte, ich sollte meinen Vater fragen ob er mir sein Knochenmark spenden könnte. Bitte nimm du das in deine Hand" und gab ihm seine Adresse.
"Ich werde ihn anrufen und ihm deinen Fall schildern " sagte Ernst.
"In meinem Adressbuch steht auch seine Telefonnummer" erwiderte Käthe.
"Das wäre doch die einfachste und schnellste Lösung, um zu erfahren, ob er für dich sein Knochenmark spenden möchte" sagte Ernst. "Ich werde ihm deinen Fall ganz einfach schildern."
Ernst machte sein Vorhaben wahr. Er telefonierte mit Käthes Vater und sagte zu ihm: Ihre Tochter legt Krankenhaus liegt. Sie hat Blutkrebs und braucht dringend einen Knochenmarkspender. Sie setzt alle ihre Hoffnungen auf sie Herr Rau."
Nach einer Weile sagte er Herr Rau: "Ich hatte vor gehabt meine Tochter zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit lasse ich mich gleich untersuchen ob ich für sie der richtige Spender bin."
"Dann kann ich Käthe sagen, dass sie nach hier kommen" fragte Ernst. "Ich denke, dass sie sich darüber sehr freuen wird."
"Ich buche ende der Woche einen Flug nach Deutschland, bei dieser Gelegenheit lernt meine Tochter auch meine Frau kennen. Und sollte ich als Spender nicht in betracht kommen, dann wollte meine Frau sich zur Verfügung stellen."
"Das wäre zu schön um wahr zu sein" erwiderte Ernst. "Und ehe ich es vergesse, ich bin der Verlobte von ihrer Tochter."
"Dann nehme ich doch an, dass meine Tochter bei ihnen in guten Händen ist, ich hatte mich in der letzten Zeit bei ihr etwas rar gemacht. Wir hatten viel Arbeit auf unserer Ranch, meine Tochter weiß das auch."
"Dann werden sie auch nicht wissen, dass ihre Tochter eine gute Sängerin geworden ist. Sie singt an unserem Opernhaus, darauf können sie sehr stolz sein Herr Rau, es wäre schade, wenn sie wegen ihrer Krankheit nicht mehr singen könnte."
"Dann habe ich in diesem Fall doppelten Grund meine Tochter zu besuchen und ihr zu helfen so fern es möglich ist."
"Das ist richtig" erwiderte Ernst, "je eher sie kommen, desto besser ist es für ihre Tochter. Hier kommt es auf jeden Tag an, leider konnte ich ihr nicht helfen und das schmerzt. Aber wir setzten alle unsere Hoffnungen auf sie Herr Rau."
"Dann werde ich schon Morgen kommen" sagte Herr Rau "ich buche noch heute einen Flug nach Deutschland. Heute Abend gebe ich ihnen bescheid wann meine Maschine in Hamburg landet. Es wäre schön Ernst wenn sie mich dort ab holen könnten. Ich darf sie doch mit ihren Vornamen anreden sie gehören so quasi zu unserer Familie."
"Das ist mir sogar recht" sagte Ernst. "Sie dürfen auch "du" zu mir sagen. "aber ich werde sie und ihre Frau mit meinem Auto abholen und meine Telefonnummer gebe ich ihnen auch noch, dann können sie mir genau sagen wann ihre Maschine in Hamburg landet. Zu ihrer Tochter Käthe sage ich dann, dass sie mit ihrem Besuch rechnen kann."
"Und da wir beim du sind dann sage einfach Fred zu mir."
"Das will ich gerne machen Fred, mein Vorname ist dir ja bekannt."
Ernst und Käthe hatten noch lange darüber diskutiert und beide waren voller Hoffnung, dass doch noch alles gut werden kann und Ernst sagte zu Käthe: "Ich komme Morgen zu dir, dann wird auch dein Vater bei dir sein. Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut wird."
"Ich hoffe, du hast damit recht Ernst, wenn ich dich nicht hätte dann würde es um mich schlimm aussehen. Du gibst mir so viel Kraft, dass ich meine Krankheit überleben kann" sagte seine Käthe.
"Das bedarf doch gar keiner Frage Käthe, du weist doch, dass ich dich liebe. Daran musst du immer denken. Damit verabschiedete er sich und sagte zu ihr: "Morgen wissen wir mehr mein Schatz."
Das Flugzeug kam pünktlich in Hamburg an. Ernst begrüßte Fred und seine Frau. Sie waren sehr zufrieden mit ihm, denn er machte einen netten Eindruck auf sie.
Ernst dachte: "Käthe hat einen netten und hilfreichen Vater, auch seine Frau fand er sympathisch. Und er rechnete felsenfest damit, dass ihr Vater der richtige Spender für seine Tochter ist.
Gegen Abend waren sie im Krankenhaus. Vater und Tochter weinten Freudentränen. Nach der herzlichen Begrüßung stellte er seine Frau vor.
Käthe fasste sofort Vertrauen zu der Frau ihres Vaters sie sagte zu ihr: "Es ist schön, dass ich sie kennen lernen darf."
Sage doch einfach Lotti zu mir. Wir zwei wollen doch gute Freundinnen werden. Und wenn du deine Krankheit heil überstanden hast, dann kommst du mit deinem Verlobten zu uns nach Kanada."
"Ein Flugticket schenke ich euch als Wiedergutmachung" sagte der Vater.
"Dann schlage ich vor Vater, dass wir unsere Hochzeitsreise nach Kanada machen, außerdem möchte ich meinen Beruf als Sängerin weiter ausüben."
"Das hatte ich vergessen Käthe, dass du eine gefeierte Sängerin bist. Ich bin zu recht stolz auf dich."
Ernst meinte: "Dein Vater und seine Frau könnten doch in unsere Wohnung übernachten, dann brauchen sie nicht in ein Hotel zu gehen."
"Das ist richtig" meinte Käthe "wir haben doch ein Fremdenzimmer. Und sie fragte ihren Vater: "Du bleibst doch mit Lotti noch länger in Osnabrück, allein schon meinetwegen. Und wie mir mein Arzt gesagt hatte kommt ihr morgen zur Blutabnahme. Ich kann nur beten, dass du für mich der richtige Spender bist."
"Kopf hoch Kätchen, ich denke doch, dass wir dir helfen können. Lotti und ich werden morgen früh mehr wissen ob einer von uns der richtige Knochenmarkspender ist und sorge dich nicht unnötig."
Am nächsten Morgen war es dann so weit. Der Professor stellte fest, dass tatsächlich der Vater von Käthe als Spender in Frage kommt. Der Professor gratulierte Herrn Rau und sagte.: "Da wird ihre Tochter sich aber freuen. Wir werden ihr heute noch das Knochenmark übertragen."
Als Käthe davon erfuhr, weinte sie vor Freude und sie umarmte ihren Vater.
Er winkte ab und sagte zu ihr: "Ich bin froh und glücklich, dass ich dir helfen konnte. Darum schlage ich euch noch einmal vor, dass du mit deinem Verlobten nach Kanada kommst. Ein Flugticket hatte ich euch schon gegeben. Wir besitzen dort eine wunderschöne Ranch. Ich hatte damals bei meiner Frau eingeheiratet. Ihr erster Mann ist auch an Krebs gestorben. Lotti und ich haben auch eine Tochter, die fünfzehn Jahre alt ist."
"Dann habe ich ja auch noch eine Halbschwester" fragte Käthe, "die hatte ich mir immer schon gewünscht und bei dieser Gelegenheit lerne ich sie ja kennen."
Käthe bekam am selben Tag das Knochenmark übertragen. Alles war ohne Komplikationen verlaufen. Sie war jetzt bedeutend ruhiger geworden.
Zu ihrem Verlobten sagte sie: "Ich habe das meinem Vater zu verdanken, ohne ihn würde es mir sehr schlecht gehen."
Ernst fiel ein Stein vom Herz, über das was Käthe ihm soeben mit geteilt hatte. Dann wird alles gut mein Kätchen und küsste sie ganz vorsichtig auf ihre blassen Lippen.
Nach gut einer Woche ging es der Käthe bedeutend besser als ob sie neu geboren wäre.
Das stellte auch ihr Vater fest und sagte: " Lotti und ich müssen morgen zurück fliegen, die Arbeit ruft. Und wie wir es abgemacht hatten, kommst du mit deinem Verlobten zu uns auf unsere Ranch. Außerdem muss ich dir ein Kompliment machen Kätchen, mit Ernst hast du den richtigen Mann gefunden."
Auch die gemeinsamen Freunde Siggi und Willi freuten sich, dass es Käthe wieder besser geht. Und sie fragten ganz neugierig: " Käthe du willst doch deinen Beruf als Sängerin nicht aufgeben?"
"Das bestimmt nicht, ich freue mich doch wenn ich wieder singen kann und eine Neuigkeit haben ich für euch auch noch. Ernst und ich werden bald heiraten und dann verbringen wir unsere Flitterwochen bei meinem Vater in Kanada, der dort Rancher ist und mit seiner Frau Landwirtschaft betreibt und nebenbei noch Pferde züchtet. Dann lerne ich mit Ernst noch das Reiten und wenn wir wieder zurück kommen werde ich wieder meinen Beruf als Sängerin ausüben. Meine Stimme muss ich ein ölen damit sie nicht noch einrostet."
Ernst sagte zu ihr: "Ich habe wieder eine Operette geschrieben und darin sollst du die erste Besetzung sein. Das werden wir gemeinsam noch einüben. Der Intendant freut sich wenn wir Prämiere haben. Auch unsere Kollegen sind froh, dass du wieder auftreten kannst."
"Deine Worte Ernst, klingen wie Musik in meinen Ohren" sagte Käthe. "Ich denke, dass ich es mit deiner Hilfe schaffen kann."
"Was hältst du davon Kätchen, wenn wir noch vor unserer großen Reise nach Kanada heiraten. Trauzeugen haben wir genug, ich denke, dabei an Willi und Sabine."
Käthe wurde nach langem Krankenhausaufenthalt entlassen, sie genoss die Freiheit. Ernst brachte sie in ihre gemeinsame Wohnung, wo er sie feste in die Arme nahm und sagte: "Ich habe den besten Campanger kalt gestellt. Den werden wir uns gemütlich zu Leibe führen. Was hältst du davon?"
"Dagegen habe ich nichts ein zu wenden sagte Käthe, wichtig ist es doch, dass wir uns wieder so lieben können wie es vor meiner Krankheit gewesen war. Und morgen besorgen wir uns die Heiratspapiere, dann lassen wir uns standesamtlich trauen. Später lassen wir uns kirchlich trauen. Wir wollen doch nach unserer Heirat nach Kanada fliegen. Darauf freue ich mich heute schon. Dann lernen wir dort Land und Leute kennen."
Käthe und Ernst wurden standesamtlich getraut. Die Freunde mit ihren Frauen waren dazu eingeladen. Im Hotel zur Krone hatte Ernst ein Mittagsmenü bestellt mit diversen Getränken. Es war eine harmonische Hochzeit gewesen, besser hätte es gar nicht sein können.
Am nächsten Tag war es soweit. Ihre Koffer waren gepackt für die große Reise nach Kanada.
Die Freunde brachten beide zum Flugplatz nach Hamburg und wünschten ihnen einen guten Flug. "Kommt gesund wieder zurück, wir warten auf euch."

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