Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Eingereicht am
27. Februar 2007

Jemand sollte mal Mario Barth verprügeln

© Nico Dorn

Einmal sah ich Heinz Strunk im Fernseher und er sagte, jemand sollte mal Mario Barth verprügeln, worauf ich genau das tat.

Ich lauerte ihm vor seinem Haus auf und als er herauskam, drosch ich so fest ich konnte auf ihn ein. Dabei verletzte ich ihn so schwer, dass er an seinen Verletzungen starb.

Komischerweise machte mir das gar nichts aus: im Gegenteil, ich wusste, dass ich das Richtige getan hatte. Also machte ich weiter. Als nächstes tötete ich Xavier Naidoo und diesmal fühlte ich mich sogar noch besser als nach dem ersten Mord. Ich hatte danach das starke Gefühl, eine apokalyptische Schlacht beendet zu haben, ich glaube, Xavier Naidoo war der Leibhaftige!

In den Medien wurde ich zu einer Art Superheld. Ich wurde gefeiert als Messias und alle Menschen freuten sich, dass sie von den beiden schrecklichen Geschöpfen nun befreit waren.

Schon forderten viele weitere Opfer. Ich entschloss mich, das Ganze per Internet zur Abstimmung zu stellen und es beteiligten sich über 1 Millionen User. Demokratisch wurde also entschieden, dass als nächstes Johannes B. Kerner sterben musste und so geschah es.

Nun stimmten auch die zuvor skeptischen Kirchen und die Wohlfahrtsverbände in den Chor der Sympathisanten ein und forderten mich auf, Wes Craven müsse der nächste Tote sein. Ich hatte aber nichts gegen Wes Craven und so tötete ich lieber Stefan Effenberg.

Es folgten in kurzen Abständen Frauke Ludowig, Kai Diekmann, Markus Söder, Fritz von Thurn und Taxis und Claudia Roth von den Grünen.

Bei letzterer beschlich mich während des Tötungsvorgangs der Verdacht, dass sie eigentlich ganz froh war, ihr nach Beendigung schreiendes Dasein endlich loszuwerden.

Sie sagte, ja ja sie kenne mich und wisse was ich von ihr wolle und ich sollte es ruhig nehmen, ihr bescheuertes Leben, sie habe sowieso vorgehabt sich bei der Lebensausgabe zu beschweren, dass sie so eine unzumutbare Ware erhalten habe und nun sich der "Bild"-Zeitung andienen und immerzu mit dem stinkenden (Mundgeruch) Fritz Kuhn in einem Zimmer sitzen müsse.

Ja ja, sagte sie, das können Sie ruhig haben, den Mist.

Und so erschoss ich sie an Ort und Stelle.

Der "ermittelnde" Polizeihauptkommissar Schuler schickte mir am nächsten Tag die freundlichsten Glückwünsche und bat mich, beim nächsten Mord doch darauf zu achten, dass die Einrichtung nicht gar so "versaubeutelt" würde, wie er sich ausdrückte, und er gab mir noch gleich den Tipp, demnächst mal bei Uli Hoeneß vorbeizuschauen.

Dies schien mir vernünftig und so geschah es. Hoeneß machte mir das Angebot, mich bis zu meinem Lebensende mit fettigen Würstchen zu versorgen, wenn ich ihn am Leben ließe, worüber ich auch kurz nachdachte, aber dann war mir das irgendwie zu banal und ich fand auch, dass seine Einkaufspolitik bei den Bayern in den letzten paar Jahren auch eh nicht mehr so toll war und erwürgte ihn.

Das war ganz schön eklig, so einen anfassen zu müssen, aber ich hatte meine Pistole vergessen.

Deswegen nahm ich mir fest vor, zu meinem nächsten Opfer, Hans-Olaf Henkel, auf jeden Fall die Knarre mitzunehmen: Hoeneß war ja schon eklig, aber den Henkel wollte ich wirklich nicht anfassen müssen.

Und so machte ich weiter: ich erleichterte die Menschheit um George Bush (war ganz schön schwer an den ranzukommen), Horst Köhler, Dieter Bohlen (da schickte ich aber meinen Assistenten) und so ziemlich das komplette Moderatoren-Team von "arena" und ARD.

Der Mord an Michel Friedmann brachte mir einen Antisemitismus-Vorwurf ein, den ich umgehend zerstreute, indem ich die sächsische Landtagsfraktion der NPD im sächsischen Landtag einschloss und vergaste.

Ein hübscher Nebeneffekt meiner Arbeit war, dass Reinhold Beckmann sich ins Privatleben zurückzog, da er zu Recht befürchtete, "der Nächste zu sein".

Außerdem meldeten sich alle möglichen Idioten, die ebenfalls Angst hatten, "dranzukommen" und fragten mich, was sie denn tun könnten, um ihrer Exekution zu entgehen.

Aufgrund meiner präzisen Anweisungen unter anderem an die besorgten Angela Merkel und Vladimir Putin wurden innerhalb weniger Wochen die Springer-Presse zerschlagen, ebenso wie alle Fernsehkanäle außer Premiere-Sport, die nun sämtliche Fußball-Rechte zugesprochen bekamen - um Marcel Reif und Oliver Forster kümmerte ich mich zur Freude vieler selbst, alle Spiele mussten nun von Günter Koch oder Tom Bayer kommentiert werden.

Es wurden sämtliche Kriege unverzüglich beendet, der Kapitalismus abgeschafft, was zügig dazu führte, dass es keine Hungertote und praktisch keine Verbrechen mehr gab, und alle Fernseh-Gangster-Rapper wurden in extra für sie künstlich angelegte Ghettos in der Lüneburger Heide eingesperrt.

Dort gangsterrappen sie sich nun gegenseitig voll und niemand muss mehr mithören. Insbesondere bei der sog. "jungen Generation" habe ich seither den Status "Lichtgestalt".

Angela Merkel, Vladmir Putin und all die anderen Schwachköppe, wie z.B. Hans-Werner Sinn oder Bert Rürup, tötete ich dann aber doch noch. Einmal aus Langeweile, zum Zweiten, weil ich irgendwie ein ungutes Gefühl hatte, sie weiter auf der von mir ja nun geretteten Welt zu belassen.

"Schade eigentlich, dass du aufgehört hast." meinte der mittlerweile in die Privatier-Branche umgestiegene Ex-Polizeihauptkommissar Schuler.

Gerade habe ich mit ihm auf der Veranda gesessen und bei einer Pfeife und einem Bierchen über die Geschehnisse geplaudert.

"Schon, aber von den Schlimmen lebt ja keiner mehr und das Morden war ja nie Selbstzweck!", habe ich ihm geantwortet und da hat er mir zugestimmt und mir lieber noch ein paar Anekdoten aus seinem spannenden Leben als "Cop" erzählt - die find ich immer zum Brüllen.

Dann ist er nach Hause gegangen und ich hab mich zu meiner Frau ins Bett gelegt.

Ich muss ja morgen schließlich früh raus zur Arbeit.

Kurzgeschichten unserer Autoren
Der Mann, der vergewaltigt wurde und andere Geschichten  Dr. Ronald Henss Verlag ISBN 3-9809336-8-7 Schlüsselerlebnisse  Dr. Ronald Henss Verlag ISBN 3-9809336-8-7 Karin Reddemann: Gottes kalte Gabe Dr. Ronald Henss Verlag ISBN 3-9809336-3-6
Direkt beim Verlag bestellen

Wenn Sie einen Kommentar abgeben möchten, benutzen Sie bitte unser Diskussionsforum. Unser Autor ist sicherlich genau so gespannt auf Ihre Meinung wie wir und all die anderen Leser.

Copyright-Hinweis: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.



»»» Datenschutzhinweis Google Analytics