Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Eingereicht am
30. März 2007

Shakespeare und der Kaufmann von Venedig

© Manfred Schröder

Nach den Proben im "Globe", ging ich noch mit Shakespeare in den 'Ochsen', wo er des Öfteren saß und sich Notizen machte. Während er über einige Sätze zu seinem neuen Stück 'Hamlet' grübelte und kaum seinen Becher berührte, kippte ich schon den Dritten hinunter und schaute der hübschen Tochter des Wirtes nach.

Da öffnete sich Türe und der Kaufmann von Venedig trat ein. Als er uns erblickte, kam er auf uns zu und setzt sich an unseren Tisch.

Einen Augenblickte blickte er sinnend auf Shakespeare. Ich befürchtete schon, dass er fragen würde, wann dieser seine Schulden bezahlen wolle.

"Nun, wie steht's mit Eurem neuen Werk, mein lieber Shakespeare?" fragte er zu meiner Erleichterung "Ganz gut", erwiderte dieser, "bin eigentlich zufrieden." Und nach einer kleinen Pause.

"Wie gefällt Euch dieser Satz: 'Sein, oder nicht Sein, das ist die Frage'?" Der Kaufmann von Venedig nickte und um seine Mundwinkel lag ein leichtes ironisches Lächeln.

"Nicht schlecht; nicht schlecht, mein lieber Shakespeare. Doch warum schreibt Ihr nicht 'Haben oder nicht Haben, das ist die Frage'? Würde mir besser gefallen!" Shakespeare lächelte ebenfalls. Dann nickte er.

Am nächsten Tage bezahlte er seine Schulden.

Kurzgeschichten unserer Autoren
Der Mann, der vergewaltigt wurde und andere Geschichten  Dr. Ronald Henss Verlag ISBN 3-9809336-8-7 Schlüsselerlebnisse  Dr. Ronald Henss Verlag ISBN 3-9809336-8-7 Karin Reddemann: Gottes kalte Gabe Dr. Ronald Henss Verlag ISBN 3-9809336-3-6
Direkt beim Verlag bestellen

Wenn Sie einen Kommentar abgeben möchten, benutzen Sie bitte unser Diskussionsforum. Unser Autor ist sicherlich genau so gespannt auf Ihre Meinung wie wir und all die anderen Leser.

Copyright-Hinweis: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.