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Verwirrt

© Kelke Brinkmann


Als ich gestern aufwachte, dachte ich mir einfach: Ok, machste jetzt mal. Also rannte ich durch die Küche, guckte 10 Minuten Radio und kochte mir eine Milchschnitte. Als ich das alles ausgetrunken hatte, kroch ich aus der Tür und kugelte die Treppe runter. Die Sonne schien so stark, dass ich bereute, keinen Schal aufgesetzt zu haben. Auf dem Weg dahin traf ich einen Marienkäfer, der mir versicherte, dass ich die falsche Richtung einschlagen würde. Nachdem wir eine Kippe rauchten, traf ich endlich das Gebüsch, welches ich seit drei oder einem Jahr nicht mehr geguckt hatte. Es sah mich an und flog einfach weg. Zu seinem Pech aber hinterließ es Fußspuren. Ich stieg in den Bus und fuhr weiter dahin. Die Bäume starrten mich grinsend an, als ich auf dem Rücken einer Muh-Kuh einen Handstand probierte. Fast wäre ich gefallen, aber zur Rettung kam dann doch endlich der verschlafene Zaun und stellte mich in die Ecke des Schattens. Während ich laut schreiend dalag, kam endlich ein Butterbrot auf mich zu! Ich legte es auf meinem Kopf und war sichtlich erleichtert, dass die eiskalten Sonnenstrahlen nun doch nicht mehr meine Füße verkohlten. Nun konnte ich jubelfreuend weiterrobben. Doch plötzlich stand Struppi, die gefährliche, grinsende Bestie aus der Unterwelt da! Meine Glieder erfüllten sich mit Panik, weil ich mir von Struppi in 3 ½ Wochenenden 12 ¾ Eurogeldscheine geliehen hatte und nun befürchtete, dass er mir das Geld jetzt zurückgeben wollte. Zum Glück kam es aber nicht dazu, weil Struppi kein Brot auf dem Kopf hatte und die Strahlen ihn ganz langsam, Stück für Stück am Leben erhielten. Also tat ich das zweit Richtigste: ich spuckte in sein Ohr, schlug ein Rad und lief rückwärts wieder nach Hause. Ich bekam die Tür nicht auf, denn sie war nicht verschlossen, also musste ich mit den Füßen zuerst durch das Schlüsselloch kriechen. Dann war ich endlich wieder da und stellte mit Erschrecken fest, dass der Busch auf dem Tisch Saß und Kaffee verspeiste. Er sah mich lechzend an und versteckte seine Murmeln wieder in seinen Taschen. Dann sah ich, dass er graue Haare hatte, nahm ein Messer und knallte ihn ab! Später war ich so hellwach, dass ich mich nicht mehr auf den Händen halten konnte, also zog ich meine Schuhe an, putzte meine Haare, rauchte keine Kippe mehr, stellte mich ins Bett und schlief ein, bis ich vor zwei Tagen nicht mehr wach bleiben konnte.





Eingereicht am 14. Mai 2006.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
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