Haarige Geschichten
Kurzgeschichte - Haar, Haare, Frisur, Friseur, Haarfarben, blond, Blondine, Rothaarige, Glatze, Haarausfall, Bart, Rasur, Zöpfe, Locken, Dauerwellen ...

Unser Buchtipp

Abenteuer im Frisiersalon

Abenteuer im Frisiersalon
Hrsg. Ronald Henss
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-0-5

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Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Pfiffis pfeifender Freund

© Regina Stein

Heinz wollte gerade den Frisörsalon betreten, als der windige Gesell ihm pustend einen stürmischen Streich spielte. Auf der ersten Treppenstufe bemerkte Heinz, dass sein schwarzer Pfiffi in diesem Augenblick davon lief. "Ich komme gleich - mein Pfiffi ist ausgerissen!", schrie er ins Geschäft. Panisch schmiss er die Tür ins Schloss und schaute suchend auf die Straße. Plötzlich sah er mehrere Passanten ca. 10 m traubenförmig zusammenstehen. Ihre Köpfe wackelten wie Reben am Weinstock im heftigen Wind. Ohrenbetäubend klatschten sie dabei in die Hände. Vorsichtig schlich sich Heinz von hinten an die Menschenansammlung heran. Doch leider konnte er durch seine kleine Größe nichts als angezogene Beine erkennen. Neugierig drängelte er sich in die Mitte des Geschehens. Da lag sein schwarzer Pfiffi leblos auf dem harten roten Kopfsteinpflaster des großen Marktplatzes. Heinz trauerte einen kurzen Augenblick. Dann streckte er behutsam seine Hände aus, um ihn in die Arme zu schließen. Plötzlich hauchte der listige Wind frischen Odem in Pfiffis Körper hinein, denn sie waren inzwischen dicke Freunde. Ein Kraftakt der Wiederbelebung! Mit einer schaurig heulenden Melodie forderte er pfeifend seinen schwarzen Kumpel zu einem kopflosen Breakdance auf. Ja, er lebt noch! Dies bewies er auf einer halsbrecherischen Weise. Auf einmal wurde dem schwarzen Knäuel so schwindelig, dass es sich gegen einen vollen Papierkorb stürzte und sich in den Stäben erbarmungslos verfing. Heinz startete zu einer schnellen Rettungsaktion unter dem Gelächter der heranströmenden Passanten. Aber der Wind pustete aus seinen fetten Backentaschen so kräftig, dass er seinen liebsten Freund aus seiner misslichen Lage schnell befreien konnte. Heinz vergaß sich und schrie wütend: "Pfiffi, bleib stehen!" Bein Filmen sprach ein Mann spöttisch in die Menschenmenge hinein: "Wo haben Sie denn die Hundeleine gelassen?" Das daraufhin ausgebrochene Gekreische nahm Heinz nicht mehr wahr. Zu tief lag der Spott in seinem kranken Herzen.

Nicht nur die vielen Passanten beobachteten die Komödie, sondern auch die Kunden und Angestellten des Frisörgeschäftes. Gebannt standen zur Rechten die weiblichen und zur Linken die männlichen Geschlechter, wie Statisten am großen Schaufenster. Natürlich wurden während dieser lustigen Aufführung keine schnittigen Haarfrisuren verpasst. Die warmen Hauben fönten währenddessen nur die duftende Atmosphäre des Salons.

Heinz stand traurig wie angewurzelt vor dem braunen Papierkorb, aber Pfiffi spielte übermütig mit seinem pfeifenden Kameraden. Rasant hüpfte er über das harte rote Kopfsteinpflaster und machte sich keinen Kopf, dass irgendetwas unerwartetes Geschehen könnte. Doch dieses flotte Spiel endete schließlich in einer haarigen Tragödie. Als sein windiger Freund stürmisch in sein Horn blies, fiel er kopfüber in den tiefen Marktbrunnen. Da schwamm nun das kleine schwarze Knäuel. Seine Fäden versuchten sich ängstlich nach allen Seiten am hohen Rand festzuklammern. Über diesen Schock legte sich der pfeifende Freund vor dem Becken nieder. Heinz rannte so schnell ihm sein krankes Herz erlaubte zum Brunnen und fischte seinen geliebten schwarzen Pfiffi aus dem tiefen Wasser. Pudelnass lag er nun in den zittrigen Händen des alten Besitzers. Die Menschenmenge applaudierte und beide gingen zurück zum Frisörsalon. Dort bekam Heinz eine Tasse weißen Kaffee unter lächelnden Blicken. Eigentlich hatte er den heutigen Termin bekommen, um sich ein neues Toupet anfertigen zu lassen, aber nach diesem Ereignis wollte er sich seinen schwarzen Pfiffi nie wieder wegnehmen lassen und so beratschlagten sich sein Frisör und er um eine bessere Lösung des haarigen Problems.

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Eingereicht am
09. Oktober 2007

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Ein haariges Lesevergnügen


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