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Wilhelm© Max PechmannWilhelm hätte von Anfang an wissen müssen, dass der Mann in seinem Bett nicht er selbst war. Aber um wen konnte es sich dann handeln? Das schlafende Gesicht gab ihm Rätsel auf. Es war aufgequollen und nichts sagend. Zuviel Alkohol, dachte Wilhelm. Aber woher kam dieser Fremde? Was hatte er in Wilhelms Bett verloren? Vor wenigen Minuten war er noch nicht da gewesen. Gegen viertel vor Fünf hatte Wilhelm aufs Klo müssen, da der Druck in seiner Blase weiteren Schlaf nicht mehr zuließ. Als er zurückkehrte, lag jener fremde Mann in seinem Bett. Er schlief so tief, dass Wilhelm bereits befürchtete, der Fremde sei tot. Doch bei näherem Hinhören hatte er den leisen, pfeifenden Atem des Eindringlings vernommen. Er hatte die Bettdecke bis unter das Kinn gezogen. Sein Bauch bildete ungefähr in der Mitte des Bettes einen Hügel, der zum Fußende hin zunehmend abflachte. Aber wo waren seine Füße? Wilhelm erkannte keine Erhebungen, die irgendwie auf die Füße des Fremden schließen ließen. Besaß er etwa keine? Wie aber hatte er es dann geschafft, in sein Bett zu kommen? Nein, diese Frage war zweitrangig. Viel wichtiger galt es, zu erfahren, auf welche Weise dieser mondgesichtige Mann in seine Wohnung gekommen war. Wilhelms Charaktereigenschaft, die ihn als einen überaus vorsichtigen Menschen abstempelte, führte dazu, dass er jeden Abend die Wohnungstür abschloss und einen Riegel vorschob, den er selbst am Tag seines Einzugs angebracht hatte. Der Mann hätte nicht ohne weiteres in seine Wohnung eindringen können. Wilhelm wäre der Krach sicherlich nicht entgangen. Müde und sichtlich überfordert schaute Wilhelm aus dem Fenster. Der volle Mond schüttete sein bläuliches Licht über der Stadt aus, deren Konturen sich in der Dunkelheit des Novembermorgens wie ein schwarzes Graffiti vor einer dunkelblauen Wand abhoben. Gemalt, dachte Wilhelm. In der Früh wirkt immer alles wie gemalt. Ob der Mann wohl durch das Fenster gestiegen war? Wilhelm probierte den Riegel. Das Fenster war fest verschlossen. Außerdem wohnte er im dritten Stock. Und wenn der Mann keine Füße hatte, wie wäre es ihm dann überhaupt möglich gewesen, in den dritten Stock zu klettern? Wilhelm schaute auf den kleinen Wecker, der auf dem Nachtkästchen stand. Inzwischen war es viertel nach Fünf. Der Mann lag da wie eine Puppe, die jemand in sein Bett gelegt hatte. Was soll ich bloß tun? Wilhelm ekelte es davor, den fremden Mann zu berühren. Ihn dadurch aufzuwecken, wäre sicherlich am einfachsten gewesen. Wilhelm aber hasste körperliche Kontakte. Schon als Kind war es ihm zuwider gewesen, seiner runzeligen Großmutter einen Kuss auf die Wange zu geben. Der bittere Geschmack, der Alter wie eine Krankheit wirken ließ, als auch dieser muffige Geruch, der die erste Andeutung von Verfall in seinem Kinderhirn hervorbrachte, waren Dinge, die ihn auch heute noch zum Schaudern brachten. Selbst die Hand seiner Mutter konnte er nicht halten. Ihre trockene, vom vielen Spülen raue Haut hatte etwas Kaltes an sich, so als würde er keinen Menschen, sondern einen Gegenstand berühren. Sein Vater, der nur selten nach Hause kam, distanzierte sich von Wilhelm wie von einem Aussätzigen. Soweit Wilhelm sich erinnern konnte, hatte er seinen Vater nie berühren müssen. Überhaupt war es alles Menschliche, dass Wilhelm anwiderte, weswegen er auch lieber alleine lebte, seine sozialen Kontakte auf seinen Arbeitsplatz beschränkte und seine Freizeit glücklich vor dem Fernseher verbrachte. Nein, es war für ihn unmöglich, diesen fremden Mann an der Schulter zu packen und ihn wach zu rütteln. Es ging einfach nicht. Also blieb Wilhelm nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass der Fremde sehr bald aufwachte. Die Lage könnte kurz besprochen werden, der fremde Mann würde sich daraufhin entschuldigen und kurzerhand Wilhelms Wohnung verlassen. Aber wie konnte dieser ominöse Eindringling Wilhelms Wohnung verlassen, wenn er doch keine Füße hatte? Vielleicht würde er kriechen und wie eine voll gefressene Raupe auf den Flur hinaus robben. Wilhelm setzte sich an seinen Schreibtisch und beobachtete von da aus den Fremden, der in seinem Bett schlief und nicht aufwachen wollte. Der fremde Mann musste einen sehr tiefen Schlaf haben. Ich habe für fünf Minuten mein Bett verlassen, um aufs Klo zu gehen. Fünf Minuten hatte also dieser Mann gebraucht, um in seine Wohnung zu kommen, sich ins Bett zu legen und einzuschlafen. Erneut griff Wilhelm die noch offene Frage auf, wie der Fremde wohl in seine Wohnung gekommen war. Er glaubte nicht an Hexerei. Zauberer waren nichts anderes als Betrüger, die für ein paar Groschen so taten, als könnten sie wahre Wunder vollbringen. Er hatte noch nie von einem Menschen gehört, der durch Wände gehen konnte. So etwas gab es nicht. Nur Dumme glaubten an solche Wunder. Irgendwie muss es doch möglich sein, ihn aufzuwecken. Wilhelms Blick, der verstört und erregt durch sein Schlafzimmer schweifte, blieb an der Betttischlampe hängen wie eine Fliege in einem Spinnennetz. Das ist es. Wilhelm stand auf und trat neben sein Bett. Er bückte sich, tastete nach dem Schalter, und kurz darauf erhellte das gedämpfte Licht das eigenartige Gesicht des Mannes. Ihn fröstelte. Das sonderbar bleiche Aussehen schien die Konturen des Mondes absorbiert zu haben. Es war rund und voll und übersäht von pockenartigen Narben, die den Kratern auf dem Erdtrabanten nicht unähnlich waren. Die geschlossenen Augenlider besaßen eine dunkelviolette Färbung, gleich einer Wolkenformation, die ein heftiges Unwetter ankündigte. Seine platte Nase wirkte so, als würde er sie gegen eine Glasscheibe drücken. Die fahlen Lippen waren schmal und überraschend klein. Das Kinn versank in einer unansehnlichen Ansammlung von Fett. Den Rest verdeckte Wilhelms Bettdecke. Im Licht der Lampe ging Wilhelm nochmals dazu über, das untere Ende seines Bettes zu begutachten. Es gab wirklich keine Ausbuchtungen, die auf Füße schließen ließen. Die Decke war flach wie eine Steppe in der Dürrezeit, eine weite Ebene, in der nicht einmal ein Maulwurfshügel die Flachheit der Landschaft störte. Und dann hörte Wilhelm es wieder, dieses pfeifende Atmen, das klang, als bestünde der Mann aus lauter Fensterritzen, durch die der Wind wehte. Wilhelm schaute erneut auf den Wecker. Inzwischen war es halb Sechs. Er schaltete das Licht aus, und im selben Moment verwandelte sich die spiegelnde Schwärze vor seinem Fenster in jenen Vollmondmorgen, in dem das bläuliche Licht der Nacht noch immer das Leben auf der Erde regierte. Ich kann heute nicht zu Arbeit, sagte sich Wilhelm. Es geht einfach nicht. Ich muss warten, bis dieser fremde Mann endlich aufwacht. Trotzdem ging Wilhelm in die Küche, um sich Kaffee zu kochen. In all den sieben Jahren, in denen er bei der Firma Selling & Sohn angestellt war, hatte er nie auch nur einen einzigen Tag gefehlt. Der Familienbetrieb, der seit 1901 bestand, produzierte Büroklammern in allen Größen und Farben. Wilhelm war für die Produktkontrolle verantwortlich. Täglich überprüfte er acht bis neun Stunden die fertigen Büroklammern, notierte, wenn es dies erforderte, ihre Verformungen oder gab, wenn alles in Ordnung war, die Produktion frei für die Verpackung. Bisher hatte es nie wirkliche Probleme gegeben. Allerdings konnte sich Wilhelm an einen Tag vor Weihnachten erinnern, an dem die Maschine, die die Produkte herstellte, aus den dünnen Drahtstücken keine Klammern, sondern bizarr anmutende Spiralen ausschüttete. Die ganze Produktion musste angehalten werden. In dem Moment, als Wilhelm begann, die Spiralen zu untersuchen, ereignete sich etwas sehr eigenartiges. Wilhelm begann, sich nervös und unruhig zu fühlen. Ihm wurde leicht schwindelig und es schien ihm, als würde sich die ganze Welt um ihn drehen. Die Spiralen hatten das Aussehen von Lakritzschnecken, deren Zentrum eine Art hypnotische Wirkung auf Wilhelm ausübte. Seit diesem Tag schlief er schlecht, litt häufig unter Kopfschmerzen und hatte gelegentlich sogar somnabule Anfälle. Gerade als Wilhelm die Küche betreten wollte, blieb er stehen, als wäre er gegen ein unsichtbares Hindernis geprallt. Die Küche befand sich am nächsten zur Eingangstür, die, so stellte Wilhelm mit Entsetzen fest, halb offen stand. Kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn. Das Licht im Treppenhaus trieb einen hellen Keil in Wilhelms dunkle Wohnung. Sein Gehirn war frei von jeglichem Gedanken. Eine unendliche Leere breitete sich wie ein neu entstandenes Universum in ihm aus und verschluckte alles, was mit Wahrnehmung zu tun hatte. Wilhelm starrte auf die Tür wie auf ein entgegenkommendes Auto. Ich habe vergessen, die Türe zu schließen. Dieser Gedanke hallte durch sein Hirn wie ein Schrei in einer leer geräumten Fabrikanlage. Wilhelm schnellte nach vorne und warf die Tür ins Schloss. Zitternd lehnte er dagegen, während seine Lungen ein keuchendes Stakkato von sich gaben. Sein Schweiß klebte auf dem kalten Holz. "Ich habe vergessen, die Türe zu schließen", wiederholte er in leiser, krächzender Stimme. Aber was war gestern geschehen? Aus welchem Grund hatte er vergessen, die Türe zu zumachen? Mit Grauen stellte Wilhelm fest, dass er sich nicht daran erinnern konnte. Ein schwarzes Loch befand sich dort, wo eigentlich seine Erinnerungen sein sollten. Er wusste, dass gestern Mittwoch gewesen war. Er sah zwei oder drei Büroklammern vor sich, die gestern nicht der Norm entsprochen hatten. Eine kurze Diskussion mit dem Vorarbeiter, ob die ganze Produktion gestoppt oder die Maschine weiter laufen sollte. Seltsamerweise wusste Wilhelm nicht mehr, was danach geschehen war. Gegen fünf Uhr sah er sich im Café Graf sitzen und wie jeden Nachmittag eine Tasse Kaffee trinken, wobei er vollkommen leer seine Umgebung betrachtete. Und dann? Nichts. Aber wenn Mittwoch gewesen war, dann hatte er sich wahrscheinlich um zwanzig Uhr fünfzehn einen Krimi im Fernsehen angeschaut, da er dies immer tat. Während einer der Werbepausen hatte er sich mit Sicherheit eine Tasse Schwarztee gekocht. Und wenn der Tag genau so wie immer verlief, so hatte er sich gegen zehn Uhr dreißig schlafen gelegt. Aber aus welchem Grund kann ich mich nicht daran erinnern? Völlig benommen stolperte Wilhelm in die Küche und setzte sich an den Tisch. Weil ich die Tür nicht verschlossen habe, konnte der Mann herein. Als ich am Klo war, hat er meine Wohnung betreten und sich darauf sofort zu Bett begeben. Hatte der Mann sich an der Tür geirrt? Wilhelm hatte schon einmal erlebt, dass ein stock betrunkener Mann versuchte, in seine Wohnung zu kommen. Erst als Wilhelm die Tür öffnete, war der Mann überrascht davon geschwankt. Doch da fiel Wilhelm diese seltsame Beinlosigkeit des Mannes ein. Wilhelm hätte es hören müssen, wenn der Fremde auf seinem Bauch und sich mit beiden Händen vorwärts ziehend durch den Flur in sein Schlafzimmer gekrochen wäre. Ein Geräusch, als würde jemand einen Sack Kartoffeln durch den Flur zerren, wäre auch auf dem Klo zu hören gewesen. Aber ich habe nichts gehört! Wilhelm lehnte seine Ellenbogen gegen die Tischplatte und vergrub sein Gesicht in seinen übergroßen Händen. Er hatte schon seit jeher sehr große Hände gehabt, weswegen ihn die Kinder früher oft gehänselt hatten. Als Wilhelm an Größe gewann, glichen sich seine Hände nicht seinen übrigen Proportionen an, sondern wuchsen weiter. Wenn er seine langgliedrigen Finger bewegte, so machte dies gelegentlich den Eindruck, als würde eine übergroße Spinne die Büroklammern bei Sellings & Sohn mit ihren haarigen Beinen umfassen. Die schmerzende Müdigkeit machte Wilhelm zunehmend gereizter. Hatte er sich vor wenigen Minuten noch vor diesem fremden Mann gefürchtet, so bekam er nun eine immer stärker werdende Wut auf ihn. Wie ein sich ausbreitender Schatten verdeckte sie mehr und mehr die Angst vor diesem seltsamen Mann. Eine schneidende Säure kroch durch seinen Kopf, während der fehlende Schlaf ihm zugleich Watte zwischen die Nervenenden stopfte. Seine Füße fühlten sich eisig kalt an, so als hätte er sie in einen halb zugefrorenen See gehalten. Seine Augen brannten wie Alkohol auf einer offenen Wunde. In diesem Augenblick entwickelte Wilhelm einen ungeahnten Hass auf diesen Mann. Sein Herz krampfte sich zusammen, so als würde es in einer Faust zerquetscht werden. Er spürte, wie sein Magen seine Funktionen einstellte und zu einem steinernen Nichts verkam. Wilhelm schlug mit beiden Händen auf den Tisch, so dass ein lautes Scheppern durch die Wohnung hallte. Er stand mit einem energischen Ruck auf und marschierte bebend zurück in sein Schlafzimmer. Die wohlige Wärme, ein Nachhall des Schlafes, überraschte Wilhelm und besänftigte ihn etwas. Er schaltete die Nachttischlampe wieder an. Das gedämpfte Licht schien unbeeindruckt auf das fette Mondgesicht. Aber etwas hatte sich verändert. Wilhelm schaute auf den Wecker. Es war inzwischen sechs Uhr. Dann betrachtete er nochmals jenen Mann. Er ist kleiner geworden. Wilhelm glaubte, sich daran zu erinnern, dass vor einer halben Stunde der runde Kopf des Mannes um wenige Zentimeter größer gewesen war. Wilhelm öffnete seinen trockenen Mund. Durch seine Kehle entrang sich ein rostiges Quietschen. Er räusperte sich und versuchte mit etwas Spucke, seine Zunge zu lösen. "Stehen Sie auf." Der fremde Mann bewegte sich nicht. "Hallo, hören Sie mich nicht? Ich habe Sie gebeten, aufzustehen." Wilhelm wollte bedrohlich klingen, aber es gelang ihm einfach nicht. "Aufwachen!" rief Wilhelm. Endlich hatte er den Punkt erreicht, an dem sich seine Hemmungen legten. Er trat einen Schritt vor, beugte sich über das Bett und rief erneut: "Wachen Sie auf! Aufwachen! Hören Sie mich nicht?" Der Mann schlief weiter, so als wäre er tot. Tot? Wilhelm bekam es erneut mit der Angst zu tun. Was sollte er tun, wenn der Mann wirklich nicht mehr am Leben war? Würde die Polizei ihm seine Unschuld glauben? Wilhelm begann, mit seinen Händen auf die Matratze zu hämmern. Mindestens das muss ihn doch aufwecken. Doch der mondgesichtige Mann rührte sich keinen Millimeter. Dies veranlasste Wilhelm dazu, noch stärker auf die Matratze einzuschlagen. Er fühlte sich dabei, als würde rot glühende Lava in ihm aufsteigen. Seine Schläge wurden immer heftiger, von Mal zu Mal rauschartiger, bis er wirkte wie ein Medizinmann, der sich mit wilden Trommelschlägen in Trance musizierte. Als diese unvergleichlich brennende Hitze seinen Kopf erreichte, entrang sich seiner Kehle ein qualvoller Schrei, der durch das Zimmer hallte wie der Ausstoß eines Verdammten, der sich vor den Toren der Hölle wieder fand. In einem unerhörten Reflex, riss er die Bettdecke von dem schlafenden Mann. Sein Schrei verstummte mit einem Mal, als er zusah, wie dieser seltsame Fremde langsam, beinahe gemächlich an die Decke stieg. In der Tat, der Mann besaß keine Füße. Sein unteres Ende war zugeknotet und eine dünne Schnur hing daran. Der Schwebende hatte das Aussehen eines Schneemanns. Sein kugelrunder Kopf saß auf einem kugelrunden Rumpf, der mit den dunklen Konturen eines Anzugs bemalen war. Wilhelm starrte noch einige Zeit auf den über ihm hängenden Ballon, bevor er langsam an der Schnur zog, um ihn dadurch zu sich zu ziehen. Voller Hass beobachtete er das Hin- und Herschwanken des schlafenden Mannes und vernahm dabei das pfeifende Geräusch der entweichenden Luft. Wilhelm konnte sich nicht daran erinnern, jemals einen solch hässlichen Ballon erstanden zu haben. Noch immer bedeckte eine tiefe Schwärze seine Erinnerungen an den vorherigen Tag. Seine Wut jedoch erreichte soeben die Grenze zur Raserei. Als er den Ballon zu sich gezogen hatte, krallte er seine übergroßen Finger in das hautähnliche Gummimaterial und drückte immer fester zu. Der Knall war ohrenbetäubend. Die Luft, die plötzlich an Freiheit gewann, roch widerwärtig und abgestanden. Um Wilhelm herum lagen die einzelnen Fetzen des schlafenden Mannes. Wilhelm aber erinnerte sich noch immer an nichts. Er stand da wie inmitten eines düsteren Schlachtfeldes, das übersäht war von unzähligen Leichenteilen. Er spürte, wie der Schweiß seinen Körper bedeckte. Sein Herz schlug langsamer. Sein Atem ging ruhiger. Dann schaute er auf den Wecker. Fünfzehn Minuten nach Sechs. Wenn sich Wilhelm beeilte, konnte er noch rechtzeitig zur Arbeit erscheinen. Er betrachtete noch einmal die herumliegenden Fetzen des merkwürdigen Ballons. Es sah aus, als hätte Wilhelm einen Menschen zerrissen. Gerade als er beginnen wollte, die einzelnen Stücke aufzusammeln, blieb Wilhelm wie angewurzelt stehen. Auf dem Fensterbrett klebten die Augen des mondgesichtigen Mannes. Sie waren geöffnet und starrten direkt in seine Richtung. Ihr Aussehen ließ Wilhelm erschauern. Denn sie erinnerten ihn an den Blick eines Geisteskranken. Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
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