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Ohne Zettel
©   Anatufila
Grübelnd steh ich in Aldis Mitte,
durchkram jede Tasche im verdammten Kittel.
Ich weiß genau, ich hab ihn geschrieben,
irgendwo ist doch der Zettel geblieben?
Zu Hause beim Kaffee hab ich notiert,
was mir fehlt und mir heute pressiert.
Bin dabei im Geist durch den Laden,
hab bei Wasser und Cola angefangen.
Meine Geisterhand griff ins Regal nach Saft,
kein Wein mehr, ich bin nicht mehr lasterhaft!
Zehn Eier, Bodenhaltung versteht sich.
Ich hab was gegen Vögel im Käfig.
Eine Gurke, Tomaten, eine Melone,
zum Glück bin ich noch keine Matrone.
Brot brauche ich keines einzusacken.
Verdammt, da fährt mir mein Geist in die Hacken.
Habe vergessen, dass ich verzweifelt hier steh
und in allen Taschen nach dem Zettel seh.
- Ich fang jetzt in echt von vorne an:
hätte nie gedacht, dass das klappen kann.
Grünes Wasser, kleine Cola, Apfelsaft,
Eier, Gurke, Tomaten, Melone, geschafft!
Keinen Fisch, keinen Schinken, Käse und Milch.
Was steht denn da nur für ein Knilch?
Verbaut mir den Weg zum Konservengemüse!
Heut habe ich Lust auf Pilzgenüsse.
Sauerkirschen könnten mir auch nicht schaden,
die sollte man immer zu Hause haben.
Die Pizza lass ich tiefgekühlt liegen,
muss in den gefährlichen Gang einbiegen.
Belgisch Konfekt blinkt mich gierig an.
Tante Ernas Geburtstag! Grad denke ich dran.
Und als ich für die Kasse Schlange steh,
fällt mir ein, ich brauche auch noch Schwarzen Tee.
Ein kurzer Blick zur Dame dahinter,
"Muss noch schnell ...", - "Ja,ja", blinker, blinker.
- Mein Wagen ist nun schon vorwärts gerückt,
die Margarine, ich werd verrückt!
Endlich hab ich alles aufs Band geschafft,
bin begeistert wie der Kassierer das rafft,
schiebt meine Sachen vom Band in den Korb,
die Kasse rattert in einem fort.
Ich zück's Portemonnaie, ich glaub es nicht!
Ich stehe da, werd tiefrot im Gesicht.
Hab's Portemonnaie zu Hause gelassen!
Hinter mir fängt es an zu quasseln.
Ich bin wie versteinert, da brüllt wer bedrohlich.
Ich dreh mich um: "Hallo, Nachbar Ohlich,
Ha'm Sie grad achtzehn fuffzig? Muß ich bezahlen,
könn' Sie zu Jause gleich wieder haben!"
Herr Ohlich zaubert 20 Euro herbei,
die gehn von Hand zu Hand durch die Reih.
Zu Hause lad ich Herrn Ohlich zum Tee.
Auf dem Tisch ruht der Zettel im Portemonnaie.
Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und Vervielfältigung - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung des Autors / des Verlags.
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