© Claudia Duhonj-Gabersek
Der zarte Frühling
Noch dick vermummt und eingehüllt
trifft mich die Morgensonne.
Zu lang vermisst, so gern gefühlt
schenkt sie mir höchste Wonne.
Der zarte Frühling ziert sich, doch
lockt schon mit grünen Trieben.
Er kämpft mit Bruder Winter noch,
der wär' so gern geblieben.
Mein Näschen, rot, schnupfengeplagt,
reckt sich der Sonn' entgegen.
Was mir der Winter hat versagt,
das bringt des Frühlings Segen.
Die Märzluft, würzig, rein und klar
vertreibt des Todes Nähe.
Das freut das Kehlchen und den Star,
und selbst die alte Krähe.
Die kurzen Tage sind vorbei,
die kalten und die kranken,
selbst wenn's mein letzter Frühling sei,
will ich Gott dafür danken.
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